Laktoseintoleranz - Ein Überblick

Bei Laktoseintoleranz wird aufgenommener Milchzucker nicht richtig verdaut. Symptome wie Bauchkrämpfe oder Durchfall sind die Folge. Bei einer Laktoseintoleranz handelt es sich um eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Unverträglichkeit gegenüber Laktose. Laktose ist ein Bestandteil in verschiedenen Nahrungsmitteln und auch unter der Bezeichnung Milchzucker bekannt, eine Laktoseintoleranz wird daher häufig auch als Milchzuckerunverträglichkeit bezeichnet.

Ursächlich für die Unverträglichkeit ist eine fehlende oder verminderte Produktion von dem Enzym Laktase, welches einen wesentlichen Bestandteil zur Verdauung der Laktose darstellt.

Wie entsteht Laktoseintoleranz?

Laktose ist ein Kohlenhydrat, welches aus den zwei Einfachzuckern Glukose und Galaktose aufgebaut ist. Beim Essen von laktosehaltigen Lebensmitteln spaltet Laktase im Normalfall die Laktose in diese zwei Einfachzucker auf, welche nur in dieser Form vom Körper aufgenommen werden können.

Bei einer Laktoseintoleranz funktioniert dieser Vorgang nicht oder zumindest nicht vollständig und die Laktose wird nicht in den Stoffwechsel aufgenommen, sondern gelangt weiter in den Dickdarm, wo sie von den dort lebenden Darmbakterien abgebaut wird, was die typischen Symptome einer Milchzuckerunverträglichkeit zur Folge hat.

Laktoseintoleranz Symptome

Je nach Stärke der Laktoseintoleranz sind auch die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. Zu den häufigsten und typischen Beschwerden zählen:

  • Durchfall
  • Bauchgrummeln, häufig auch mit Bauchkrämpfen
  • Blähungen und Blähbauch
  • Übelkeit und Erbrechen

Detaillierte Informationen dazu unter Laktoseintoleranz - Symptome.

Laktoseintoleranz ist keine Allergie

Im Volksmund wird Laktoseintoleranz häufig auch als Allergie bezeichnet, was jedoch falsch ist. Im Vergleich zu einer echten Allergie werden nämlich keine Antikörper gebildet. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Verdauungsstörung des Nahrungsbestandteils Laktose.

Rund ein Viertel der Deutschen leiden unter Laktoseintoleranz

Schätzungen zufolge leiden zwischen 15 und 25 Prozent der Bevölkerung innerhalb Deutschlands an einer Milchzuckerunverträglichkeit. Im Vergleich zu Afrika und Asien ist die Häufigkeit der Erkrankung hierzulande sehr niedrig, denn dort leiden im Erwachsenenalter rund 90 Prozent an einer Milchzuckerunverträglichkeit. Der Grund für diesen Unterschied wird in der genetischen Veranlagung sowie im Essverhalten vermutet, da ein geringer Verzehr von laktosehaltigen Speisen zu einer allmählichen Abnahme der Laktaseproduktion führt. Der Körper passt sich dementsprechend den Bedingungen an - wird wenig Laktose gegessen, wird nur wenig Laktase zum Abbau benötigt. Andersherum wird aber die Laktaseproduktion nicht plötzlich erhöht, wenn es zu einer vermehrten Aufnahme von Laktose kommt.

Änderungen bei der Ernährung lindern Beschwerden

Wenn auch Sie an einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden, wirkt sich dies natürlich auch in einem begrenzten Bereich auf Ihr Leben aus. Doch das muss nicht negativ sein, denn schließlich erhalten Sie mit der Diagnose auch den Grund für Ihre Beschwerden und können diese nun aktiv beheben. In den meisten Fällen reichen bereits ein Grundwissen über die Zusammensetzung der verschiedenen Nahrungsmittel sowie geringe Änderungen im täglichen Speiseplan aus, damit keine Beschwerden mehr auftreten und Sie ein genussvolles Leben führen können. Zudem gibt es inzwischen zahlreiche Lebensmittel sowie Zusatzstoffe, die Ihnen das Leben mit einer Laktoseintoleranz erleichtern und eine ausgewogene Ernährung ermöglichen.

Weiterführende Informationen: Häufige Fragen & Antworten zu Laktoseintoleranz

Lesen Sie, wie die Betroffene Elfie M., die bereits seit vielen Jahren unter Laktoseintoleranz leidet, mit der Erkrankung umgeht:

 

Seit etwa zwanzig Jahren lebe ich nun mit meiner Laktoseintoleranz und rückblickend kann man wirklich sagen, dass es mit der Zeit immer leichter wurde. Das liegt vor allem daran, dass man die Krankheit und den eigenen Körper kennt und selbst immer besser einschätzen kann, was man sich zumuten darf. Zusätzlich wurden aber auch viele Medikamente entwickelt, die es ermöglichen sollen, laktosehaltige Nahrungsmittel ohne Probleme zu essen. Persönlich nutze ich diese Medikamente aber nach einem Versuch gar nicht mehr. Außerdem gibt es inzwischen viele Lebensmittel, die ohne Milchzucker auskommen, sie sind aber meistens etwas teurer.

Hurra, es ist kein Darmkrebs

Das mag sich komisch anhören, aber hier auf dem Lande kannte weder mein Hausarzt noch der Chefarzt im Krankenhaus, Anfang der Neunziger Jahre eine Laktoseunverträglichkeit. Ich hatte wochenlang Durchfall und schmerzhafte Blähungen, nahm dabei aber leider nicht ab. Nach einigen Wochen ging ich dann halt zum Hausarzt und wir probierten wieder einige Wochen lang die verschiedensten Therapien aus. Zusätzlich kam natürlich jeder aus dem Bekanntenkreis mit guten Ratschlägen, der beste im negativen Sinne war viel Vollmilchschokolade zu essen, um den Durchfall zu beseitigen. Nach einiger Zeit begann mein Hausarzt, sich Sorgen zu machen. Zum einen, weil ich wegen des ständigen Durchfalls natürlich nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt war und wegen eines ohnehin zu niedrigen Blutdrucks auch öfter einmal umfiel. Zum anderen befürchtete er einen Darmkrebs. So überwies er mich an den besagten Chefarzt des hiesigen Krankenhauses und ich durfte drei Wochen Kost und Logis genießen.

Zunächst bekam ich im Krankenhaus ganz normale Kost, die genau notiert wurde. Viele Untersuchungen wurden gemacht und die Kost öfter umgestellt. Magenspiegelungen hatte ich bereits vor dem Krankenhausaufenthalt machen lassen, hier wurde das nun wiederholt und verschiedene Darmspiegelungen durchgeführt. Eine davon ist mir für immer in Erinnerung geblieben, man hatte offenbar vergessen, mir das Schmerzmittel zu geben. Nachdem ich also zwei Tage nichts als Brühe bekam, musste ich vier Liter leicht salziges lauwarmes Wasser trinken und bekam dann die große Darmspiegelung. Nachdem ich mich durch diese Prozedur geschrien hatte, bei der mich drei Pfleger festhielten, sagte der behandelnde Arzt nur "Ihr Darm ist eben besonders verschlungen, kein Wunder, dass man da mal anstößt". Glück für ihn, dass ich zu dem Zeitpunkt noch ziemlich schwach auf den Beinen war. Nach all diesen Untersuchungen und verschiedenen Formen von Schonkost wurde ein Atemtest gemacht. Ich musste eine Flüssigkeit trinken in der Laktose aufgelöst war und dann in Abständen in ein Röhrchen ausatmen. Mit dem Test war alles geklärt, schade, dass dieser überaus einfache Test nicht als Erster durchgeführt wurde.

Was tun sprach Zeus

Wie schon öfter gesagt, heute ist die Laktoseintoleranz recht bekannt, vor zwanzig Jahren war sie das nicht. Ich kam also mit meiner Diagnose wieder zu meinem Hausarzt, der zwar erleichtert war, dass es so etwas eigentlich Einfaches war, doch auf meine vielen Fragen konnte er mir wenig Antworten geben. Er hat sich aber wirklich sehr toll bemüht, sich zu informieren in den verschiedenen Fachzeitschriften. Einige Tage später konnte er mir schon die eher schlechten Nachrichten überbringen, dass in den meisten Wurstsorten Milchzucker als Bindemittel eingesetzt wird. So fiel neben dem Käse dann auch die Wurst von meinem Brot. Butter und Margarine enthalten eher wenig Milchzucker, dafür allerdings einige Brotsorten umso mehr. Die meisten Fixprodukte und Fertiggerichte enthalten ebenfalls recht große Mengen an Milchzucker. Ich freue mich sehr, dass dies heute auf der Verpackung steht, damals tat es das allerdings nicht.

Im Laufe der Zeit habe ich aber über die Laktoseintoleranz eines gelernt, sie ist ein sehr gutes Stimmungsbarometer, zumindest in meinem Fall. Wenn ich mich auf der Arbeit oder im privaten Bereich geärgert habe, oder wenn unerwartete hohe Rechnungen ins Haus flattern, muss ich extrem vorsichtig mein Essen auswählen. Denn Durchfalltabletten sind bei Laktoseintoleranz oft sinnlos, schließlich enthalten die meisten Tabletten ebenfalls als Bindemittel Milchzucker. Bin ich aber sehr gut drauf und bekomme beispielsweise eine Steuerrückzahlung kann ich tatsächlich heute einen ganzen Liter Milch trinken, ganz ohne Symptome. Vielleicht hilft es anderen Betroffenen, wenn sie einfach mehr auf ihren Körper hören, sozusagen nach dem Bauchgefühl leben. Außerdem kann ich nur empfehlen, bei einem Verdacht auf eine Laktoseintoleranz einen Test in der Apotheke zu holen, um selbst vorab herauszufinden, was mit dem Körper los ist.

Elfie M. (47) aus Cuxhaven

 

Letzte Aktualisierung: 23.03.2015